Freischütz-Kompanie 1905
Düsseldorf-Oberbilk

im St. Sebastianus Schützenverein von 1848 Düsseldorf-Oberbilk e.V.
Historie


Die Chronik der Freischütz-Kompanie 1905 (Teil 2 – Zwischen den Kriegen)

Ausschnitte aus der Festschrift 2005 – Verfasser „Der Vorstand“

1925 wurde die Arbeit der Schützen wieder in die Öffentlichkeit aufgenommen. Die Freischützen schlugen ihre Zelte im Lokal Theodor Drösser auf der Stoffeler Straße auf. Der verdienstvolle Hauptmann Wilhelm Edler legte in "Anbetracht seines Alters" seinen Posten nieder, der dann von Leo Pützer übernommen wurde. 2. Hauptmann wurde Heinrich Bienefeld. Zwischenzeitlich wurden viele neue Mitglieder geworben, so dass der Verein stärker denn je war. 1930 wurde der 2. Hauptmann Heinrich Bienefeld zum 1. Hauptmann gewählt.
Im gleichen Jahr wurde das silberne Jubiläum bei Pauli, Kölner Straße gefeiert. Für den festlichen Rahmen sorgten u. a. der Oberbilker MGV 1856 und die Theater-Abteilung der Gesellschaft „Frohsinn“ Düsseldorf-Oberbilk. Den verdienstvollsten und langjährigen Mitgliedern wurde für ihre Arbeit in würdiger Weise gedankt. Die Silberjubilare erhielten als Erinnerung an diesem Tag eine von kunstfertiger Hand gearbeitete Plakette.
Zu dieser Zeit hatte die Kompanie folgende Mitglieder:
Fritz Adams, Karl Baier, Walter Baltes, Heinrich Bienefeld, Josef Brock, Sebastian Brück, Peter und Theodor Drösser, Josef Ecken, Ernst und Wilhelm Edler, Peter und Theodor Großmann, Peter und Wilhelm Klöser, Jakob Knecht, Hugo Köster, Karl Kraus, Gustav Kremer, Wilhelm Müller, Josef Nrebgen, Edmund Plischke, August Pöhler, Leo Pützer, Paul Rollar, Josef Simon, Gerhard Sturm, Toni Tolles, Jean Wegener, Gerhard Wexel.
Aber auch manche Ausflüge haben die Schützen unternommen und häufig waren die Frauen mit von der Partie. Der Ausflug nach Heiligenhaus, verbunden mit dem Ausschießen des Kompaniekönigs, ist (war) den älteren unter uns noch in bester Erinnerung. Der damalige Bürgermeister Rasche von Heiligenhaus war in den 30er Jahren Protektor der Freischütz-Kompanie. Ist es da verwunderlich, dass die Kompanie ihren Gönnern einen Besuch abstatten wollte? Drei Autobusse, vollgepackt mit Schützen und deren Familien, sowie der gesamte Vorstand des Hauptvereins unter dem Vorsitz von Jean Keulertz, starteten frühmorgens in Düsseldorf. In Heiligenhaus wurden sie von einem Tambourcorps und einer Musikkapelle empfangen. Danach war ein Empfang beim Bürgermeister im Rathaus. Anschließend begann das Schießen auf den Königsvogel. Die Königswürde konnte in jenem Jahr Hauptmann Bienefeld für sich erringen. Als Abschluss wurde ein Festball in einem 1000 Personen fassenden Saal veranstaltet. Die Freischütz hatten im Laufe des Tages soviel Allotria getrieben, dass die ganze Ortschaft auf den Beinen war. So wurde es ein richtiges Schützenfest.
1936 gelang es den Freischützen zum ersten Mal seit ihrem Bestehen die lose Platte des Hauptvereins herunter zu holen. Den Meisterschuss gab Willi Rößler ab. Alle Kameraden waren vom Freudentaumel ergriffen, denn den König aus ihren Reihen zu stellen, ist das höchste Ziel einer jeden Kompanie.
Noch viermal konnten die Feischützen die Regimentskönigswürde erringen. 1938 Toni Tolles, 1939 Willi Rößler, 1951 Jean op het Brock, 1973 Karl Runge.
Willi Rößler war also zweimal Schützenkönig von Oberbilk. In der langen Geschichte des 1848 gegründeten Regiments haben nur zwei weitere Mitglieder dieses Glück gehabt.
Die Verbundenheit mit den älteren Kameraden wird bei den Freischütz noch heute gepflegt. So wird der Regiments-Königsorden von 1936 von dem K-K Pokalsieger der Freischütz für ein Jahr getragen. Der Regiments-Königsorden von 1938, gestiftet von der Gattin des verstorbenen Kameraden Toni Tolles, bildet noch heute das Kernstück unserer Kompanie-Königskette.
Durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs fand das Schützenleben erneut eine Unterbrechung. Wieder musste das fröhliche Treiben ruhen, und manch einer, der seinen Schützenrock mit der feldgrauen Uniform tauschen musste, kehrte nicht wieder in die Heimat zurück.

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